Bankdienste kombinieren: Kontoauszüge und Zahlungen auf verschiedenen Wegen
Diese Seite beschreibt, wie Sie in 365 business Banking Kontoinformationsdienst und Zahlungsauslösedienst kombinieren, zum Beispiel Auszüge über finAPI und Zahlungen über EBICS oder als Datei.
Ein Bankkonto muss seine beiden Anbindungen nicht vom selben Dienst beziehen. Kontoinformationsdienst und Zahlungsauslösedienst lassen sich frei kombinieren, sofern beide zum selben Regelwerk gehören. Siehe Kontoinformationsdienst und Zahlungsauslösedienst.
Gilt für: PSD2/XS2A über finAPI, EBICS, camt-/pain-Datei
Gründe für eine Kombination
Kontoauszüge über finAPI, Zahlungen über EBICS
Kontoinformationsdienst = SEPA-Bankkonto, Zahlungsauslösedienst = SEPA-Bankkonto (EBICS).
- Tageslimit. Eine Zahlung über PSD2 läuft technisch über Ihr Online-Banking und unterliegt dessen Tageslimit, bei vielen Banken 10.000 oder 50.000 Euro. Ein Zahlungsvorschlag mit den Kreditorenrechnungen eines Monats überschreitet dieses Limit häufig. Der EBICS-Vertrag hat eigene Limits für den Firmenzahlungsverkehr.
- Keine TAN je Zahlungslauf. Über EBICS unterschreibt Business Central mit dem hinterlegten Schlüssel. Dadurch sind auch Zahlungsläufe im Hintergrund möglich.
- Sammelaufträge und Lastschriften. EBICS ist für Sammelüberweisungen und den Lastschrifteinzug ausgelegt; nicht jede Bank bietet beides über PSD2 an.
- Zweitunterschrift. Das Vier-Augen-Prinzip der Bank läuft über die VEU; über PSD2 gibt es dafür keine Entsprechung.
Die Kontoauszüge werden weiterhin über finAPI abgerufen, ohne zusätzliche Kosten und ohne Limit.
Kontoauszüge automatisch, Zahlungen nur als Datei
Kontoinformationsdienst = SEPA-Bankkonto oder SEPA-Bankkonto (EBICS), Zahlungsauslösedienst = Bankkonto (pain-Dateiexport).
Diese Kombination eignet sich für Unternehmen, die beim Zahlen keinen Dienstleister zwischen sich und ihrer Bank zulassen möchten, den automatischen Abruf der Kontoauszüge aber beibehalten wollen:
- Abrufen und Zahlen sind unterschiedliche Risiken. Ein Dienst, der Ihren Kontoauszug abruft, kann keine Zahlungen ausführen. Viele Unternehmen ziehen an dieser Stelle die Grenze.
- Jede Zahlung wird manuell freigegeben. Die Datei wird erzeugt, aber erst ausgeführt, wenn jemand sie im Online-Banking hochlädt und freigibt.
- Die Freigabe erfolgt im Bankprogramm. Kollektivvollmachten, Freigabegrenzen und das Vier-Augen-Prinzip Ihrer Bank gelten unverändert.
- Die Entscheidung lässt sich ändern. Sie können den Zahlungsauslösedienst später umstellen.
Einschränkung beim Dateiweg
Beim Dateiweg bedeutet der Zahlungsstatus Abgeschlossen nur, dass die Datei geschrieben wurde. Wenn die Datei nicht hochgeladen wird, ist keine Zahlung erfolgt, und Business Central kann darauf nicht hinweisen. Legen Sie fest, wer den Upload durchführt, und buchen Sie die Zeilen erst danach. Siehe Zahlungsdatei exportieren.
Weitere Kombinationen
| Kontoinformationsdienst | Zahlungsauslösedienst | Typischer Anlass |
|---|---|---|
| Bankkonto (camt-Dateiimport) | SEPA-Bankkonto (EBICS) | Auszüge kommen aus einem anderen System, Zahlungen über EBICS |
| SEPA-Bankkonto (EBICS) | SEPA-Bankkonto | Abruf über EBICS, Daueraufträge über finAPI |
Bankdienste ändern
Voraussetzungen:
- Das Bankkonto ist bereits über einen Weg verbunden (Bankkonto verbinden). Welchen Weg Sie zuerst verwenden, ist unerheblich.
- Der neue Dienst ist eingerichtet: der Bankzugang des Unternehmens für finAPI, ein EBICS-Teilnehmer im Status Bereit für EBICS oder die Nachrichtenversionen für den Dateiweg.
- Es handelt sich um dasselbe Bankkonto: dieselbe IBAN, dieselbe Bank, dieselbe Währung.
Schritt für Schritt:
- Öffnen Sie die Bankkontokarte.
- Wählen Sie Aktionen > Kontoverbindung > Bankdienste ändern.
- Setzen Sie Kontoinformationsdienst und Zahlungsauslösedienst auf die gewünschte Kombination.
- Bestätigen Sie. Business Central prüft, ob die beiden Dienste kombinierbar sind und ob der neue Dienst dieses Konto erreicht (siehe Tabelle unten). Erst danach werden die Felder geschrieben. Schlägt die Prüfung fehl, bleibt das Bankkonto unverändert.

Die Aktion ist nur verfügbar, wenn eine Auswahl möglich ist
Ein Konto bei einem Zahlungsdienst wird von genau einem Dienst abgerufen und bezahlt. Für solche Konten ist Bankdienste ändern daher nicht verfügbar.
Was beim Umstellen verlangt wird
| Neuer Dienst | Ablauf |
|---|---|
| SEPA-Bankkonto (EBICS) | Sie wählen den EBICS-Teilnehmer, sofern das Konto noch keinen hat. Business Central fragt bei Ihrer Bank ab, welche Konten dieser Teilnehmer bedienen darf. Ist Ihr Konto nicht darunter, wird die Umstellung abgelehnt. |
| SEPA-Bankkonto (finAPI) | Ist das Konto über eine bestehende Verbindung bereits erreichbar, sind keine weiteren Schritte erforderlich. Andernfalls öffnet sich das Webformular direkt bei der Bank Ihres Kontos (Seite Bankkonto mit der Bank verbinden). Übernommen wird genau dieses Konto; alle anderen Konten der Verbindung werden wieder freigegeben. |
| Bankkonto (camt-Dateiimport) / (pain-Dateiexport) | Keine weiteren Schritte, da der Dateiweg mit keiner Bank kommuniziert. Fehlen die Nachrichtenversionen, richten Sie sie in der ISO 20022-Dateieinrichtung ein. Die Funktionen für den Teil, der per Datei abgewickelt wird, übernimmt Business Central aus der Dateieinrichtung; die vom anderen Dienst gemeldeten Funktionen bleiben erhalten. |
Diese Prüfung ist erforderlich, da die beiden Felder nur Angaben sind. Ein Konto, das auf einen Dienst ohne bestehende Verbindung umgestellt wird, würde auf der Karte korrekt aussehen, aber beim nächsten Abruf oder beim nächsten Zahlungslauf fehlschlagen.
Schutz vor doppelten Umsätzen
Beim Wechsel des Kontoinformationsdienstes kennt der neue Dienst die Umsätze nicht, die der bisherige Dienst bereits geliefert hat. Ob Business Central diese Umsätze wiedererkennt, hängt vom neuen Dienst ab.
Jeder Umsatz wird an der Transaktions-ID erkannt, die der liefernde Dienst vergibt. Umsätze, deren Transaktions-ID für das Bankkonto bereits in einem Zahlungsabstimmungsbuch.-Blatt steht oder gebucht ist, werden übersprungen. Ein anderer Dienst vergibt für denselben Umsatz eine andere Transaktions-ID.
Liest das Bankkonto über Bankkonto (camt-Dateiimport) oder Universal, prüft Business Central zusätzlich einen Transaktions-Fingerabdruck aus den Angaben Ihrer Bank: Bankkonto, Buchungsdatum, Betrag und IBAN der Gegenseite. Diese Dienste liefern keine dauerhaft eindeutige Transaktions-ID. Der Fingerabdruck erkennt auch Umsätze wieder, die zuvor über finAPI oder EBICS importiert wurden. Zwei tatsächliche Umsätze mit identischen Merkmalen, zum Beispiel zwei Lastschriften über denselben Betrag vom selben Zahler am selben Tag, werden gezählt und nicht zusammengefasst: Ist einer davon bereits vorhanden, wird der zweite trotzdem importiert.
Bei SEPA-Bankkonto (finAPI), SEPA-Bankkonto (EBICS) und den Zahlungsdiensten zählt nur die Transaktions-ID. Einen Fingerabdruck prüft Business Central dort nicht. Siehe Banktransaktionen abrufen.
Erste Abrufe nach dem Wechsel prüfen
Nach einem Wechsel des Kontoinformationsdienstes können Umsätze, die bereits über den bisherigen Dienst kamen, erneut ankommen. Das betrifft vor allem den Wechsel zu finAPI oder EBICS. Prüfen Sie die ersten Abrufe nach dem Wechsel und löschen Sie Zeilen mit Umsätzen, die bereits gebucht sind, bevor Sie das Zahlungsabstimmungsbuch.-Blatt buchen.
Ab wann abgerufen wird
Datum letzter Kontoauszug auf der Bankkontokarte gibt an, bis zu welchem Auszug das Bankkonto abgestimmt ist. Das Buchen eines Zahlungsabstimmungsbuch.-Blatts schreibt das Datum fort. Es bestimmt jedoch nicht, wie weit ein Abruf zurückreicht.
Dafür gibt es das Feld Abruf von Umsätzen ab. Es wird einmal gesetzt, und zwar durch das erste Datum letzter Kontoauszug, das Sie eintragen. Danach wird es nicht mehr verändert. So bleiben auch Umsätze abrufbar, deren Zeilen gelöscht und nie gebucht wurden, wenn das Datum letzter Kontoauszug bereits fortgeschrieben wurde. Das Feld ist ausgeblendet. Wenn es korrigiert werden muss, wenden Sie sich an Ihren Partner.
Für bestehende Bankkonten sind keine Schritte erforderlich
Das Update auf 18.4 setzt Abruf von Umsätzen ab auf den ältesten Umsatz, den 365 business Banking für das Konto importiert hat, und ergänzt bei allen bereits importierten Umsätzen den Fingerabdruck.
Ergebnis prüfen
- Kontoinformationsdienst und Zahlungsauslösedienst zeigen zwei verschiedene Werte, und das Feld Verbindung nennt beide Wege.
- Im Inforegister Banking-Schnittstellen stehen unter Umsätze gelesen über und Zahlungen gesendet über zwei verschiedene Wege.
- Banktransaktionen abrufen verhält sich entsprechend dem Kontoinformationsdienst: Abruf oder Dateiauswahl.
- Zahlung durchführen verhält sich entsprechend dem Zahlungsauslösedienst: Webformular, EBICS-Einreichung oder Download.
Für Anwenderinnen und Anwender ändert sich nichts: Zahlungsvorschlag, Prüfung, Zahlung durchführen, Abruf und Zahlungsabstimmung bleiben an derselben Stelle.
