import { Callout } from "zudoku/ui/Callout";

# Direkte Zuordnung bei Zahlungsdiensten

Bei Zahlungsdiensten ermittelt 365 business Banking die Rechnung direkt über die Transaktions-ID oder den Verwendungszweck, auch bei vielen gleichen Beträgen.

Ein Kontoauszug von PayPal, Stripe oder Shopify enthält häufig Tausende Zahlungen über ähnliche Beträge von Kunden ohne IBAN. Eine Bewertung nach Name und Betrag führt hier selten zu einem eindeutigen Ergebnis. Jede Zahlung enthält jedoch eine Kennung, die Transaktions-ID oder eine Bestellnummer im Verwendungszweck, die auch im Debitorenposten steht. Die direkte Zuordnung verwendet diese Kennung. Wenn sie **genau einen** offenen Debitorenposten findet, schränkt sie die Kandidaten auf diesen Posten ein.

## Standardfunktionen in Business Central

Der Standard bewertet für jede Zeile jeden offenen Posten nach den **Zahlungsausgleichsvorschriften**. Bei vielen Zeilen und vielen offenen Posten dauert dies lange, und bei gleichen Beträgen ohne eindeutigen Zahler ergibt sich häufig keine eindeutige Auswahl.

Weitere Informationen von Microsoft: [Zahlungen automatisch ausgleichen](https://learn.microsoft.com/de-de/dynamics365/business-central/receivables-how-reconcile-payments-auto-application).

## Was 365 business Banking ergänzt

365 business Banking ergänzt zwei direkte Zuordnungen, die vor der Bewertung ausgeführt werden:

| Zuordnung | Gilt für | Schalter |
|---|---|---|
| **Direkte Transaktions-ID Zuordnung** | Konten bei Zahlungsdiensten und Universal-Konten | **Direkte Transaktions-ID Zuordnung aktivieren** |
| **Direkte Verwendungszweck-Zuordnung** | alle Bankkonten | **Direkte Verwendungszweck-Zuordnung aktivieren** |

Beide berücksichtigen nur **offene Debitorenposten** der Belegarten *Rechnung* und *Gutschrift*. Ein Zahlungseingang wird unter den Rechnungen gesucht, eine Auszahlung unter den Gutschriften. Eine Belegnummer, die Rechnung und Gutschrift gemeinsam haben, macht den Treffer deshalb nicht mehrdeutig.

Wenn eine Zuordnung genau einen Posten gefunden hat, bewertet der Ausgleich nur noch diesen Posten. Kreditoren, Mitarbeiter und Bankposten werden für die Zeile nicht mehr berücksichtigt. Bei einem mehrdeutigen Ergebnis wird nichts eingeschränkt, und der normale Ausgleich wird fortgesetzt. Im [Schnellausgleich](apply.mdx) bilden beide Zuordnungen die ersten Stufen. Dort wird der gefundene Posten direkt ausgeglichen.

## Direkte Transaktions-ID Zuordnung

Zahlungsdienste liefern zu jeder Zahlung eine **Transaktions-ID**, die beim Einzug oder Import in der Regel auch in den Debitorenposten geschrieben wird (meist in die **Externe Belegnummer**).

Die Suche läuft wie folgt ab:

1. Die Transaktions-ID der Zeile wird exakt und in der Reihenfolge der **Priorität** mit dem Wert jedes [Zahlungsausgleich Felds](payment-application-fields.mdx) mit der Herkunftstabelle *Debitorenposten* verglichen. Wenn keine solche Zeile vorhanden ist, wird nur die **Externe Belegnummer** verglichen.
2. Wenn **genau ein** offener Posten den Wert enthält, ist er der Kandidat.
3. Wenn mehrere Posten denselben Wert enthalten, wird das nächste Feld verwendet. Bleibt das Ergebnis mehrdeutig, entscheidet der normale Ausgleich.

Die Zuordnung wird nur bei Konten ausgeführt, die keine gewöhnlichen Bankkonten sind. Bei einem Bankkonto ist die Transaktions-ID eine Kennung der Bank, die in keinem Ihrer Posten steht. Als gewöhnliches Bankkonto gilt jedes Konto bei einer Bank, unabhängig davon, wie die Umsätze übermittelt werden: PSD2/XS2A über finAPI, EBICS, SWIFT oder camt-Datei, ebenso ein Konto ohne Kontoinformationsdienst. Die Transaktions-ID Zuordnung wird deshalb nur bei Zahlungsdiensten und bei Universal-Konten (**Kontoinformationsdienst** *Universal*) ausgeführt, da auch deren Umsätze die Kennung des Anbieters enthalten.

## Direkte Verwendungszweck-Zuordnung

Viele Zahlungsdienste schreiben die Bestell- oder Rechnungsnummer in den Verwendungszweck, etwa `#LF2383883 - CHARGE`. Die direkte Verwendungszweck-Zuordnung sucht solche Nummern über einen Index aller offenen Debitorenposten:

1. **Zerlegen.** Transaktionstext und Zusatzinformation werden in Großbuchstaben umgewandelt und an jedem Zeichen, das kein Buchstabe A–Z und keine Ziffer ist, in Wörter (Token) zerlegt. Aus `#LF2383883 - CHARGE` werden `LF2383883` und `CHARGE`.
2. **Nachschlagen.** Jedes Token wird im Index gesucht. Der Index enthält die Werte der Zahlungsausgleich Felder der offenen Debitorenposten, auf dieselbe Weise zerlegt. Ohne Zeile für *Debitorenposten* enthält er die **Belegnr.** und die **Externe Belegnummer**.
3. **Eindeutigkeit.** Ein Token, das zu mehreren Posten gehört, wird ignoriert. Wenn verschiedene Token auf verschiedene Posten verweisen, ist die Zeile mehrdeutig, und es wird nichts eingeschränkt. Nur wenn alle eindeutigen Treffer auf **denselben** Posten verweisen, ist dieser der Kandidat.
4. **Zahlerprüfung.** Wenn das Konto, von dem das Geld kommt, laut seiner IBAN eindeutig einem anderen Debitor gehört, wird der Treffer nicht verwendet. Eine IBAN, die keinem oder mehreren Debitoren zugeordnet ist, schließt den Treffer nicht aus.

Ein Treffer zählt nur, solange der Posten offen ist. Der Index wird zu Beginn jedes Laufs von **Automatisch ausgleichen** und **Schnellausgleich** neu aufgebaut, sodass ein zwischenzeitlich gebuchter Posten nicht mehr angeboten wird.

Diese Zuordnung wird bei allen Bankkonten ausgeführt, jedoch erst, wenn die Transaktions-ID nichts eingeschränkt hat.

### Dynamische Token-Längen

Welche Token gesucht werden, richtet sich nach Ihren Daten. Die kürzeste und die längste Zeichenfolge, die in den Zahlungsausgleich Feldern der offenen Debitorenposten (Rechnungen und Gutschriften) vorkommt, bilden die Grenzen. Dadurch werden auch kurze Referenzen gefunden, etwa Shop-Bestellnummern mit fünf Zeichen wie `46006`, ohne dass beliebig kurze Zeichenfolgen aus dem Verwendungszweck Treffer erzeugen. Ein Token hat jedoch immer mindestens **4 Zeichen**. Zwei- oder dreistellige Zeichenfolgen wie `12` stehen im Verwendungszweck auch für Beträge, Tage oder Hausnummern und gelten nie als Referenz. Wenn sich keine Grenzen ermitteln lassen, gelten **4 bis 30 Zeichen**. Eine Einrichtung ist dafür nicht erforderlich. Sie steuern das Verhalten indirekt über die Zahlungsausgleich Felder.

## Schalter

![Seite Zahlungsausgleichseinstellungen mit der Gruppe Einstellungen für Direktzuordnung und den Schaltern Direkte Transaktions-ID Zuordnung aktivieren und Direkte Verwendungszweck-Zuordnung aktivieren](/assets/images/365-business-banking/setup/zahlungsausgleichseinstellungen-direktzuordnung.de-DE.png)

Beide Schalter befinden sich auf der Seite **Zahlungsausgleichseinstellungen** in der Gruppe **Einstellungen für Direktzuordnung**. Sie gelten für **Automatisch ausgleichen** und für den **Schnellausgleich**. Wenn Sie einen Schalter deaktivieren, bewertet **Automatisch ausgleichen** die betroffenen Zeilen wie jede andere Zeile, und der Schnellausgleich verarbeitet sie mit seinen übrigen Stufen.

<Callout type="caution" title="Standardwerte und Update auf 18.4">
In einem neu eingerichteten Mandanten sind beide Schalter deaktiviert. Aktivieren Sie sie, wenn Sie die direkte Zuordnung verwenden möchten. In einem bestehenden Mandanten, in dem die Schalter standardmäßig aktiviert wurden, **deaktiviert das Update auf 18.4 beide Schalter einmalig**. Solange die Schalter deaktiviert sind, werden weder die direkte Transaktions-ID Zuordnung noch die direkte Verwendungszweck-Zuordnung ausgeführt, und Konten bei Zahlungsdiensten mit vielen gleichen Beträgen werden seltener automatisch ausgeglichen. Prüfen Sie nach dem Update die **Zahlungsausgleichseinstellungen** und aktivieren Sie die Schalter bei Bedarf wieder.
</Callout>

## Siehe auch

- [Zahlungsausgleich Felder](payment-application-fields.mdx)
- [Banktransaktionen ausgleichen](apply.mdx)
- [Ausgleich prüfen](check-application.mdx)
- [Zahlungsdienste](../payment-services.mdx)
- [Zahlungsausgleichseinstellungen](../setup/payment-application-settings.mdx)
